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Herausforderung LED

Die Schwierigkeiten bei so alltäglichen Aufgaben wie Schalten oder Dimmen überraschen. Das Probem ist, dass es noch keine Norm speziell für LED-Leuchtmittel gibt.

Wie man mit LED am besten umgeht

Für LED-Leuchtmittel gelten zwar die allgemeinen Vorschriften für Leuchtmittel, von der Ausführung der Fassung bis zum Messaufbau für die Lichtstärke. Was dazwischen passiert, wird jedoch nicht erfasst. Im Gegensatz zu einem klassischen Leuchtmittel mit einer schlichten Glühwendel, beinhalten LED-Lampen viel Elektronik zur Ansteuerung. Wie diese aufgebaut ist, kann jeder Produzent weltweit selbst entscheiden. Der Hersteller von Schalt- und Dimmgeräten hat damit derzeit keine Anhaltspunkte, welche Elektronik er ansteuert und wie sich das Leuchtmittel verhält. Die entsprechenden Normen existieren derzeit nur als Entwurf.

Am besten selbst testen

Sind auf einem Produkt keine speziellen Schaltlasten für LED-Lampen und Entladungslampen angegeben, kann man davon ausgehen, dass das Produkt für diese nicht freigegeben ist. Allerdings sind auch Angaben für LED-Lasten nicht immer hilfreich. Von welchen Einschaltströmen geht der Geräte-Hersteller aus? Sie können sich von Lampe zu Lampe unterscheiden. Auch beim Addieren ist Vorsicht geboten. Mehrere LEDs mit geringer Nennleistung können in der Summe höhere Einschaltströme haben als eine einzelne LED mit der entsprechenden Gesamtleistung.

Um Lastangaben für Schaltgeräte und Dimmer angeben zu können, führt Theben laufend Messungen an gängigen Retrofitlampen durch. Bei diesen Tests durchlaufen die Schaltgeräte mindestens 40.000 Schaltzyklen. Damit lassen sich verlässliche Aussagen zu den schaltbaren Lasten treffen.

Sparsam im Verbrauch - hohe Einschaltlasten

Um Geräte vor Überlastung zu schützen, muss nicht nur die Nennleistung, sondern auch die Einschaltlast berücksichtigt werden.

Diese beträgt bei LED-Lampen oft das 1000-fache des Nennstromes und mehr - das bedeutet Schwerstarbeit für die Kontakte.

Ausschaltvorwarnung

Das Doppelblinken (oder ähnliches nach DIN 18015-2) bringt hier ebenso Probleme mit sich: Das Blinken ist nicht zuverlässig sichtbar, da das Ausschalten von der Vorschaltelektronik bzw. den Kondensatoren der LEDs gepuffert wird. Das mehrfache Schalten belastet die Standzeit des Geräts zusätzlich.

Mit dem richtigen Kontakt zum passenden Zeitpunkt

Zwei Kontakte für alle Schaltfälle: Wolfram-Vorlaufkontakt

Hohe Ströme erfordern spezielle Kontakte. Theben verwendet neben Silber-Zinnoxid (AgSnO2) eine Kombination aus zwei Kontakten, die nacheinander schließen: den Wolfram-Vorlaufkontakt. Der voreilende Kontakt besteht aus Hochohmigen und sehr beständigen Wolfram. Er fängt den Einschaltstrom ab und begrenzt ihn zugleich. Der niederohmige Hauptkontakt bleibt so von Einschaltspitzen unbelastet. Theben setzt diese Relais bei den Performance-Bewegungsmeldern theLuxa P und dem Präsenzmelder theRonda P ein.

Schalten auf den Punkt genau: Nulldurchgangsschaltung

Schaltgeräte, die für C-Last ausgelegt sind, kommen in der Regel besser mit den Einschaltströmen zurecht. Theben setzt hierbei auf besonders effiziente Lösungen, wie eine so genannte Nulldurchgangsschaltung. Diese errechnet den Nulldurchgang der Sinuskurve der Wechselspannung. In diesem Moment ist der Einschaltstrom beim Schalten minimal. Das schon den Relaiskontakt und verlängert seine Lebensdauer auch bei nominal hohen Schaltlasten. Alle Bewegungsmelder der Serie theLuxa S und Präsenzmelder der Serie PlanoCentro sind damit ausgestattet.

Umweltbewusst und sicher schalten: Cadmiumfreie Kontakte

Lange Zeit galt Cadmiumoxid als ideales Kontaktmaterial für hohe Einschaltströme. Inzwischen ist es laut RoHS-Richtlinie verboten - wobei es Ausnahmen für elektrische Schaltkontakte gibt. Theben hat trotzdem bereits zur Jahrtausendwende auf umweltfreundliche AgSnO2-Werkstoffe umgestellt. Diese bieten vergleichbar gute, teilweise sogar bessere Kontakt- und Schalteigenschaften, wie höhere Abbrandfestigkeit, erhöhte Verschweißresistenz und eine deutlich geringere Neigung zur Materialwanderung bei Gleichstrombetrieb.